Welche Kennzahlen werden bei Prüfungen nach EN 13141 und DIBt LÜ-A 21 ermittelt?

Die Europäische Prüfnorm EN 13141 gibt unter anderem Vorgaben für die Prüfung der Dichtheit, der Lüftungstechnik, der energetischen Effizienz und akustischer Eigenschaften des Wohnungslüftungsgerätes inklusive verschiedener Klassifizierungen. Darauf basierend hat das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) eine aktualisierte Prüfvorgabe, LÜ-A 21, veröffentlicht.

Gerätedichtheit

In EN 13141 und LÜ-A 21 werden Geräte anhand ihrer externen und internen Dichtheit klassifiziert. Die Berechnung der Leckagen erfolgt laut LÜ-A 21 bezogen auf den maximalen Volumenstrom des Gerätes in Prozent. Bei Prüfungen nach EN 13141 wird der Referenz-Volumenstrom des Gerätes als Basis genutzt.

Dichtheitsklassen

Hierbei gibt es für rekuperative Wärmeübertrager, die per Druckprüfverfahren getestet werden, die Dichtheitsklassen A1-A3. Die LÜ-A 21 beschränkt diese Klassifizierung auf A1 und A2. Regenerative Wärmeübertrager werden mittels Tracergasverfahren überprüft. Die Klassen B1-B3, die nur in der EN 13141 festgelegt sind, gelten für Tracergasmessungen in der Kammer. Für regenerative Wärmeübertrager gibt es die Klassen C1-C3 für Messungen in der Luftleitung in Kombination mit Druckprüfungen der äußeren Dichtheit. Geräte, deren Undichtheit die angegebenen Grenzwerte überschreitet, werden nicht klassifiziert.

Luftvolumenströme und Wärmerück­gewinnung

Basierend auf dem Einsatzbereich des Lüftungsgerätes in m³/h werden drei Prüfpunkte für die Durchführung der Geräteprüfungen bestimmt.

Prüfpunkte

Die EN 13141 definiert drei Luftvolumentströme als Prüfpunkte für die thermodynamische Messung von Wohnungslüftungsgeräten:

qvd = vom Hersteller definierter Maximalluftvolumentstrom des Gerätes

qvn = Nennluftvolumenstrom, errechnet durch die Formel: qvn = 0,7 * qvd

qvmin = vom Hersteller definierter Minimalluftvolumenstrom des Gerätesuche

Während der Luftvolumenstrom in der LÜ-A 21 in m3/h angegeben wird, nutzt die EN 13141 als Einheit l/s.

Die Umrechnungsformel lautet: 1 m3/h = 3,6 l/s

Für Prüfungen von Wohnugnslüftungsgeräten mit Wärmeübertragern gibt die EN 13141 drei Messpunkte vor. Hierbei ist nur der trockene Messpunkt verbindlich vorgeschrieben. Der Messpunkt 2 mit Kondensation ist nur für Geräte mit regenerativem Wärmeübertrager verbindlich, um die Feuchterückgewinnung des Gerätes messen zu können. Extreme Kondensationsbedingungen werden optional durch Messpunkt 3 aufgezeigt. Abweichend davon sind für eine Prüfung nach LÜ-A 21 die Messpunkte 1 und 2 bei jeder Prüfung verpflichtend durchzuführen.

Temperaturverhältnis ηΘ,su, ηΘ,ex

Das zuluftseitige Temperaturverhältnis ηΘ,su ist laut EN 13141 für jeden gemessenen Punkt anzugeben, zusätzlich optional das fortluftseitige Termperaturverhältnis ηΘ,ex. Die LÜ-A 21 des DIBt betrachtet nur das zuluftseitige Temperaturverhältnis. Für die Bestimmung des ηWRG werden die Messwerte des zuluftseitigen Temperaturverhältnisses ηΘ,su bei dem Prüfpunkt qvn gemittelt. Werte, die bereits seitens des DIBt in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung korrigiert wurden, sind mit einer entsprechenden Fußnote versehen.

Feuchteverhältnis ηx, su, ηx, ex

Um eine Bewertung der Feuchterückgewinnung von Wohnugslüftungsgeräten zu ermöglichen, wird das Feuchteverhältnis in EN 13141 und LÜ-A 21 separat ausgewiesen. Dieser Wert ist bei enthalpischen und regenerativen Wärmeübertragern von Bedeutung. Das zuluftseitige Feuchteverhältnis ηx, su bezeichent prozentual, wie viel Wassergehalt aus der Abluft für die Zuluft zurückgewonnen wird. Zudem gibt die EN 13141 das fortluftseitige Feuchteverhältnis ηx, ex aus.

Spezifische elektrische Leistungsaufnahme W/(m3/h)

Die spezifische elektrische Leistungsaufnahme wird während der thermodynamischen Messung am Referenzpunkt qvn ermittelt.

Akustische Eigenschaften

Nach EN 13141 ist eine Leistungsprüfung akustischer Eigenschaften des Wohnungslüftungsgerätes durchzuführen. In der Geräteliste im TZWL-eBulletin wird der A-bewertete Schallleistungspegel des Gehäuses LWA und jeder Luftleitung (Außen-, Zu-, Ab-, und Fortluft) in dB(A) ausgewiesen.